Businessplan erstellen lassen

Vier Personen besprechen Geschäftsunterlagen bei einer Beratung im Büro

Inhaltsverzeichnis

Businessplan erstellen lassen: Ein Berater unterstützt Sie dabei, Ihr Geschäftsmodell, Ihre Marktannahmen und Ihre Finanzplanung zu einem nachvollziehbaren Gesamtkonzept zusammenzuführen. Entscheidend ist, dass Sie die Zahlen verstehen, Annahmen belegen können und der Plan zum konkreten Empfänger passt. Ein professionell erstellter Businessplan ersetzt weder Ihre eigenen Entscheidungen noch die Prüfung durch eine Bank oder Förderstelle.

Sie möchten gründen, ein Unternehmen übernehmen oder eine Finanzierung vorbereiten? Dann brauchen Sie mehr als eine überzeugende Beschreibung Ihrer Idee. Ein guter Businessplan zeigt, wie Sie Kunden gewinnen, welche Mittel Sie benötigen und wie Ihr Unternehmen auch in einer schwächeren Anlaufphase zahlungsfähig bleibt. Hier erfahren Sie, wann externe Unterstützung sinnvoll ist, welche Leistungen Sie vergleichen sollten und wie Sie die Zusammenarbeit vorbereiten.

Wann lohnt sich professionelle Unterstützung?

Externe Hilfe lohnt sich besonders, wenn Sie einen Banktermin vorbereiten, eine Übernahme planen, mehrere Finanzierungsbausteine kombinieren oder wenig Erfahrung mit betriebswirtschaftlicher Planung haben. Auch bei einem zeitkritischen Vorhaben kann ein klarer Arbeitsprozess helfen. Der Nutzen entsteht jedoch aus der Prüfung Ihres Vorhabens und der Qualität der Kalkulation – nicht allein aus der professionellen Formulierung.

Sie können einen Businessplan auch selbst erstellen. Das ist sinnvoll, wenn Sie Ihr Geschäftsmodell gut kennen und die Planung sicher aufbauen können. Bei einem überschaubaren Vorhaben reicht möglicherweise eine Prüfung des eigenen Entwurfs. Bei einer komplexeren Gründung ist eine gemeinsame Erarbeitung oft hilfreicher als die reine Auslagerung.

Wenn Sie vor allem Unterstützung beim Entwickeln Ihrer Geschäftsidee und beim Aufbau eigener Planungskompetenz benötigen, informieren Sie sich auch über das AVGS Gründercoaching. Ob eine Förderung in Ihrem Fall möglich ist, muss individuell geklärt werden.

Was gehört in einen vollständigen Businessplan?

Der Inhalt richtet sich nach dem Vorhaben und dem Anlass. Ein Plan für eine Bank benötigt andere Schwerpunkte als eine erste interne Entscheidungsgrundlage. Folgende Bausteine sollten miteinander verknüpft sein:

  • Zusammenfassung: Geschäftsidee, Zielkunden, Gründerprofil und Finanzierungsbedarf auf den Punkt gebracht.
  • Angebot und Nutzen: Was verkaufen Sie, welches Problem lösen Sie und warum entscheiden sich Kunden für Sie?
  • Markt und Wettbewerb: Zielgruppe, relevante Wettbewerber, Einzugsgebiet und belastbare Hinweise auf Nachfrage.
  • Marketing und Vertrieb: Konkrete Wege zur Kundengewinnung, Preise, Vertriebsaufwand und nachvollziehbare Umsatzannahmen.
  • Organisation: Rechtsform, Zuständigkeiten, Personalbedarf, Standort und für das Vorhaben wichtige Voraussetzungen.
  • Chancen und Risiken: Wesentliche Unsicherheiten und konkrete Maßnahmen für ungünstige Entwicklungen.
  • Finanzplanung: Investitionen, Kapitalbedarf, Finanzierung, Ertragsplanung und Liquidität.
  • Anlagen: Relevante Nachweise, Angebote, Lebensläufe und ergänzende Berechnungen.

Eine SWOT-Analyse kann helfen, Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken systematisch zu prüfen. Sie ersetzt jedoch keine Begründung der Umsatz- und Kostenannahmen.

Warum die Finanzplanung entscheidend ist

Text und Zahlen müssen dieselbe Geschichte erzählen. Wenn Sie im Konzept einen langsamen Marktaufbau beschreiben, kann der Finanzplan nicht ohne Erklärung ab dem ersten Monat eine volle Auslastung unterstellen. Wenn zusätzliche Mitarbeiter geplant sind, müssen Personalkosten und der Zeitpunkt der Einstellungen in der Kalkulation erscheinen.

Kapitalbedarf, Rentabilität und Liquidität getrennt betrachten

Der Kapitalbedarf beantwortet, welche Mittel Sie für den Start und die Anlaufphase benötigen. Die Rentabilitätsplanung zeigt, ob die geplanten Erlöse die Aufwendungen tragen. Die Liquiditätsplanung berücksichtigt dagegen, wann Geld tatsächlich ein- und ausgeht. Deshalb ist ein rechnerisch profitables Unternehmen nicht automatisch jederzeit zahlungsfähig.

Prüfen Sie insbesondere Zahlungsziele, Anlaufkosten, notwendige Reserven und die Belastung durch eine geplante Finanzierung. Annahmen sollten erkennbar aus Preisen, Absatzmengen, Auslastung und Kosten hergeleitet sein. Eine einfache Sensitivitätsrechnung zeigt zusätzlich, was passiert, wenn Umsätze später entstehen oder Kosten höher ausfallen.

Wenn Ihr Vorhaben über einen Gründerkredit finanziert werden soll, finden Sie im Überblick zum KfW StartGeld weitere Informationen. Die konkrete Finanzierungsprüfung bleibt Aufgabe der beteiligten Finanzierungspartner.

So läuft die Zusammenarbeit ab

  1. Ziel und Empfänger klären: Wofür benötigen Sie den Plan? Welche Frist und welche Anforderungen gibt es?
  2. Leistungsumfang vereinbaren: Legen Sie schriftlich fest, welche Textteile, Berechnungen, Dateiformate und Abstimmungen enthalten sind.
  3. Informationen zusammentragen: Sie liefern Kenntnisse zum Angebot, zur Zielgruppe, zum Standort und zu den geplanten Abläufen.
  4. Konzept und Kalkulation entwickeln: Der Berater strukturiert das Vorhaben, prüft Annahmen und stellt offene Fragen.
  5. Entwurf gemeinsam prüfen: Sie kontrollieren, ob die Beschreibung Ihr Vorhaben korrekt wiedergibt und ob Sie die Zahlen erklären können.
  6. Plan fertigstellen und einsetzen: Nach der Abstimmung nutzen Sie die vereinbarten Unterlagen für das konkrete Gespräch oder die Antragstellung.

Eine belastbare Zeitplanung hängt auch von Ihren Unterlagen und Rückmeldungen ab. Klären Sie frühzeitig, welche Informationen noch fehlen und ob externe Nachweise benötigt werden. Eine verbindliche Fertigstellungsfrist sollte erst nach der Sichtung des Vorhabens vereinbart werden.

Welche Unterlagen sollten Sie vorbereiten?

Sie müssen zum Erstgespräch noch keinen fertigen Businessplan haben. Hilfreich ist jedoch eine strukturierte Sammlung Ihrer bisherigen Informationen:

  • Kurzbeschreibung der Geschäftsidee und des geplanten Angebots.
  • Beruflicher Hintergrund, relevante Erfahrungen und Qualifikationen.
  • Zielgruppe, Wettbewerber und bisherige Hinweise auf Nachfrage.
  • Geplante Preise, Absatzmengen, Kapazitäten und Vertriebswege.
  • Angebote für Anschaffungen sowie Angaben zu Miete, Personal und laufenden Kosten.
  • Verfügbare eigene Mittel und gewünschte Finanzierung.
  • Bei einer Übernahme zusätzlich verfügbare Zahlen und Unterlagen zum bestehenden Betrieb.
  • Anforderungen oder Rückfragen der vorgesehenen Bank beziehungsweise Förderstelle.

Markieren Sie offene Punkte ausdrücklich. Eine unsichere Schätzung ist als Annahme nützlicher als eine scheinbar genaue Zahl ohne Grundlage. Für den Gründungszuschuss erläutert unsere Themenseite den Zusammenhang zwischen Gründungskonzept, Antrag und fachkundiger Stellungnahme.

Was kostet es, einen Businessplan erstellen zu lassen?

Die Kosten hängen vom Aufwand und vom vereinbarten Leistungsumfang ab. Eine pauschale Preisangabe ist ohne Kenntnis des Vorhabens wenig aussagekräftig: Ein bereits gut vorbereiteter Entwurf erfordert andere Arbeiten als eine komplexe Neugründung mit Personal, Investitionen und mehreren Szenarien.

EinflussfaktorWas Sie im Angebot klären sollten
VorbereitungsstandWird ein bestehender Entwurf geprüft oder der Plan gemeinsam neu erarbeitet?
FinanzplanungWelche Berechnungen, Zeiträume und Szenarien sind enthalten?
RechercheWelche Marktdaten werden benötigt und wer beschafft sie?
AbstimmungWelche Besprechungen, Überarbeitungen und späteren Rückfragen sind abgedeckt?
ZusatzleistungenSind eine fachkundige Stellungnahme oder die Begleitung eines Bankgesprächs gesondert zu beauftragen?
ÜbergabeWelche Unterlagen erhalten Sie, und können Sie die Planung später selbst aktualisieren?

Vergleichen Sie Angebote anhand dieser Leistungen. Ein günstiger Einstiegspreis hilft wenig, wenn wichtige Berechnungen oder notwendige Abstimmungen erst später zusätzlich berechnet werden. Umgekehrt ist ein umfangreiches Paket nicht automatisch sinnvoll, wenn Sie nur eine gezielte Prüfung benötigen.

Woran erkennen Sie einen passenden Anbieter?

Ein passender Anbieter fragt zunächst nach Ihrem Geschäftsmodell und dem Zweck des Plans. Er sollte erklären können, wie er Marktannahmen prüft, Zahlen herleitet und Ihre Mitarbeit einbindet. Ein nachvollziehbarer Leistungsumfang ist hilfreicher als allgemeine Versprechen über einen besonders „bankfähigen“ Text.

Fragen Sie nach Erfahrung mit vergleichbaren Vorhaben, dem Aufbau der Finanzplanung und dem Umgang mit Rückfragen. Lassen Sie sich erläutern, welche Informationen Sie selbst beisteuern müssen. Achten Sie außerdem darauf, ob Unsicherheiten und Risiken offen angesprochen werden.

Wichtig: Ein Anbieter kann die Qualität Ihrer Unterlagen verbessern. Eine Kreditzusage, Förderung oder erfolgreiche Gründung kann er Ihnen damit nicht garantieren. Solche Zusagen sind kein verlässliches Qualitätsmerkmal.

Vorlagen, Software und KI können beim Strukturieren und Formulieren helfen. Entscheidend bleibt die fachliche Prüfung. Ein individuell kalkulierter Plan kann mit digitalen Werkzeugen entstehen; ein hochwertig formulierter Text kann trotzdem unplausible Zahlen enthalten.

Praxisbeispiel: Umsatz ist noch keine Liquidität

Vereinfachtes Rechenbeispiel, keine Prognose: Eine neu gegründete Beratung stellt in einem Monat Leistungen über 12.000 Euro in Rechnung. Die Kunden zahlen jedoch erst im Folgemonat. Im aktuellen Monat stehen 7.000 Euro an Auszahlungen an. Obwohl bereits Aufträge umgesetzt wurden, fehlt ohne Anfangsbestand oder andere Einzahlungen Geld, um die laufenden Zahlungen zu leisten.

Der Businessplan muss deshalb nicht nur die erwarteten Erlöse zeigen. Er muss auch die Zahlungszeitpunkte berücksichtigen. Wenn größere Anschaffungen, Steuern oder Finanzierungsraten hinzukommen, kann sich der Mittelbedarf zusätzlich verändern. Das Beispiel blendet diese Punkte bewusst aus, um den Unterschied zu verdeutlichen.

Die praktische Frage lautet: Wie finanzieren Sie die Zeit zwischen Leistungserbringung und Zahlungseingang? Ein guter Plan macht diesen Bedarf früh sichtbar und ermöglicht, Zahlungsbedingungen oder Reserven rechtzeitig anzupassen.

Typische Fehler vermeiden

  • Unbegründete Umsatzsprünge: Wachstum ohne ausreichende Kunden, Kapazitäten oder Vertriebsmaßnahmen.
  • Zu knappe Reserven: Anlaufphase, Verzögerungen und unregelmäßige Zahlungen werden unterschätzt.
  • Widersprüche zwischen Text und Zahlen: Personal, Marketing oder Investitionen werden beschrieben, aber nicht vollständig kalkuliert.
  • Unpassender Empfänger: Der Plan beantwortet nicht die Fragen der konkreten Bank oder Förderstelle.
  • Blindes Übernehmen von Vorlagen: Standardtexte ersetzen die Prüfung des eigenen Angebots und Marktes.
  • Fehlendes Verständnis: Der Gründer kann die wichtigsten Annahmen im Gespräch nicht erklären.

Planen Sie deshalb eine gemeinsame Schlussprüfung ein. Prüfen Sie nicht nur Rechtschreibung und Layout, sondern vor allem die Zusammenhänge: Woher kommen die Kunden? Was kostet die Leistungserbringung? Wann fließt das Geld? Welche Maßnahmen greifen, wenn die Erwartungen nicht eintreten?

Häufige Fragen

Kann ich den Businessplan vollständig abgeben?

Sie können Strukturierung, Recherche und Berechnung beauftragen. Ihre Kenntnisse des Vorhabens und Ihre Entscheidungen bleiben dennoch notwendig. Sie sollten den fertigen Plan verstehen und vertreten können.

Ist die fachkundige Stellungnahme automatisch enthalten?

Das hängt vom Angebot ab. Die Stellungnahme ist eine eigenständige Prüfung und sollte ausdrücklich vereinbart werden. Weitere Informationen finden Sie unter Tragfähigkeitsbescheinigung und fachkundige Stellungnahme.

Wie lange dauert die Erstellung?

Das hängt von Komplexität, Vorbereitungsstand, Unterlagen und Abstimmung ab. Nennen Sie Ihre Frist beim Erstgespräch und vereinbaren Sie einen realistischen Ablauf. Eine pauschale Sofortzusage ohne Sichtung des Vorhabens ist wenig belastbar.

Garantiert der Plan eine Finanzierung oder Förderung?

Nein. Ein nachvollziehbarer Plan ist eine Grundlage für die Prüfung. Die Entscheidung trifft die zuständige Bank oder Stelle unter Berücksichtigung weiterer Voraussetzungen.

Kann ich den Plan später weiterverwenden?

Ja, wenn Sie ihn an die tatsächliche Entwicklung und den neuen Zweck anpassen. Klären Sie bei der Beauftragung, welche bearbeitbaren Unterlagen Sie erhalten und welche Unterstützung für Aktualisierungen angeboten wird.

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